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Statement

supergreen ®

 

Komplexität und Innovation

Nachhaltige Architektur ist die Kernkompetenz von ingenhoven architects. Sie zeichnet ein Architekturbüro aus, das als Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)  mit seinen Projekten über Jahre immer wieder Maßstäbe in ökologischer Architektur gesetzt hat. Der Ende 1996 fertig gestellte RWE-Turm in Essen hat mit seiner doppelschaligen Glasfassade und natürlichen Belüftungsmöglichkeiten in Deutschland wegbereitend für eine ökologische Hochhausarchitektur gewirkt. Das Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt hat einige Jahre später neue Akzente nicht zuletzt im Hinblick auf die Nutzer gesetzt: Der Grundriss des Gebäudes mit einer nach zwei Seiten ausgerichteten kammartigen Gebäudestruktur und zehn dazwischen liegenden Gärten bietet einen wirksamen natürlichen Schutz vor einer von Emissionen und Verkehrslärm erheblich belasteten Umgebung, der den rund 2000 Mitarbeitern in Form von Tageslicht und ‚grünen’ Büroausblicke täglich zugute kommt. Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat ingenhoven architects bei allen Projekten auch in verschiedenen Klimazonen in einer auf die lokalen Bedingungen zugeschnitten Weise umsetzen können. So bietet das Großprojekt des Büro- und Wohnkomplexes Marina One in Singapur mit einem mehr als 6.000 qm großen landschaftlichen Biodiversitätspark als grünem Herz der Anlage die Möglichkeit eines auch in dieser Klimazone in vielfältiger Weise nutzbaren neuen öffentlichen Freiraums (Fertigstellung 2016). Die Komplexität eines ökologischen Gesamtkonzeptes demonstriert das 2011 fertig gestellte Bürohochaus 1 Bligh im Zentrum von Sydney auf: Eine zweischalige Glasfassade ermöglicht eine natürliche Belüftung, die durch das  gebäudehohe Atrium zusätzlich ergänzt wird. Eine Kombination aus Komponenten für eine umweltschonende Strom-, Kälte- und Wärmeversorgung (Trigeneration), Abwasserreycling unter dem Gebäude bis zu einem ausgedehnten Dachgarten und andere Features haben dazu geführt, dass 1 Bligh als erstes Hochhaus in Australien mit 6 Sternen des Nachhaltigkeitszertifikats „Green Star“ ausgezeichnet wurde.  

Das Ziel gesunder, kommunikativer und effektiver Arbeitsplätze für rund 2.000 Mitarbeiter stand im Zentrum der Planungen für das Headquarter von Google Inc. in Mountain View, Kalifornien. Hier wurde eine ortsspezifische Analyse durchgeführt, die auch Faktoren wie den Landverbrauch und Pflanzenkultivierungsmöglichkeiten mit einbezog, Parameter, die heute bei der Messung des ökologischen Footprints herangezogen werden. Das Konzept Supergreen hält im übrigen Lösungsmöglichkeiten für Gebäude in allen Regionen und Klimazonen bereit: Projekte von ingenhoven architects finden sich im feuchtschwülen Tropenklima von Singapur ebenso wie im trockenen Wüstenklima von Saudi-Arabien, in der moderaten Seeluft  von Irland wie im voralpinen Klima Südbayerns.

Die Beispiele machen vor allem eines deutlich: Nachhaltige Architektur, die heute einen hohen Grad an Komplexität aufweist, ist kein abgeschlossenes Konzept, sondern befindet sich im Zustand kontinuierlicher Weiterentwicklung. In den Worten von Christoph Ingenhoven: „Wir haben überall auf der Welt Gebäude nach den höchsten umweltschonenden und ernergiesparsamsten Maßstäben realisiert, aber wir zielen mit der Idee einer grüner Architektur weiter:  Die Herausforderung liegt darin, mehr zu tun, als der aktuelle Mindeststandard von uns verlangt. Neben der Energiesparsamkeit sind auch Fragen der Gesundheitsqualitäten unserer Gebäude zu beantworten. Das Thema Raumpsychologie und Fragen, wie Räume beschaffen sein müssen, damit Menschen in ihnen gesund leben und sich sicher und gut fühlen, leiten unsere Konzepte für eine nachhaltige Architektur nicht weniger als die neueste Technologie in Fragen ressourcenschonenden Bauens.

Ganzheitlicher Ansatz

SUPERGREEN, ein Begriff den ingenhoven architects geprägt haben und patentieren ließen, meint ein umfassendes Konzept von Nachhaltigkeit. Es misst dem Energie- und Ressourcenverbrauch grundsätzliche Bedeutung beim Bauen und Planen bei – vom Gebäudedesign über den  Materialeinsatz und dem Prozess der Konstruktion und Ausführung bis zur Gebäudeausrüstung. Supergreen schließt auch die Frage des Ressourcenverbrauchs für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes ein, wobei die Primär- und Sekundärbilanzen der verwendeten Materialien, Baustoffe und Bauarten in die Betrachtung einbezogen werden.

Das Konzept Supergreen spiegelt auch den wachsenden Anspruch der Menschen im Hinblick auf die gesundheitlichen Faktoren ihrer täglichen Umgebung wider. Dies fängt mit entsprechend klimatisierten Arbeitsräumen an und hört bei lärmgeschützten Wohnräumen nicht auf. Die Versorgung mit frischer, natürlich temperierter Luft, ein gesundheitsförderndes Raumklima, Helligkeit, Ruhe, der unverstellte Ausblick vom Arbeitsplatz, all dies gehört ebenso zu den für das Wohlbefinden relevanten Faktoren wie ein ansprechendes Interior-Design, das Ästhetik mit Funktionalität verbindet. Das Konzept einer umfassend verstandenen Nachhaltigkeit, wie es Supergreen vorstellt, versteht sich daher in seinem Selbstverständnis als im Kern humanistisch, insofern es auf eine Architektur zielt, die grundlegende Bedürfnisse der Menschen erfüllen will.

Der ganzheitliche Ansatz von Nachhaltigkeit spiegelt letztlich die Verantwortung wieder, die wir als Architekten und Planer heutigen Problemen wie dem Klimawandel und dem globalen Ressourcenverbrauch gegenüber haben. Angesichts eines Ressourcenverbrauchs durch Gebäude, der in entwickelten Industrienationen wie Deutschland ein Drittel des Gesamtverbrauchs ausmacht, verstehen wir Supergreen als eine Antwort der Architektur auf aktuelle Umweltprobleme.

Nachhaltigkeit und  „Corporate Identity“

In dem Maße, in dem von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld mehr und mehr erwartet wird, in dem Maße auch, in dem Nachhaltigkeit auf Seiten der Unternehmen als Ausdruck ihrer gesellschaftlichen Verantwortung von der Öffentlichkeit honoriert wird, in dem Maße wird ein entsprechendes gesundheitsförderndes Büroumfeld und eine nachhaltige Architektur auch als Bestandteil der Corporate Identity an Bedeutung gewinnen. Die Projekte, die ingenhoven architects in den vergangen Jahren für Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen geplant haben, sei es das neue Headquarter für Swarovski in der Schweiz, die neue Hauptverwaltung für HDI-Gerling in Hannover oder der 2014 fertig gestellte Neubau des Europäischen Gerichtshofs in den Dünen von Den Haag, unterstreichen diese neue Ausrichtung der „C.I.“ auf das Prinzip Nachhaltigkeit. Jedes dieser Projekte hat auf seine Weise den ökologischen Gedanken für seine Identität nützen können, wobei wir jeweils auch besonderen Wert auf den Nutzungskomfort und die Weiterentwicklung von Nutzungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gelegt haben. Im Fall vom Google HQ haben wir dabei die Unterscheidungen zwischen Innen und Außen, Natur und Arbeitswelt bewusst verschwimmen lassen; das Konzept Supergreen schließt potentiell auch mit ein, der Eigenschaften der Natur und der Landschaft zu einem Teil des Arbeitsalltags  zu machen - nicht zuletzt auch mit der Perspektive, die kreativen Potentiale der Menschen zu stärken.

Perspektive urbanes Grün

Das Konzept Supergreen ist nicht auf die Arbeitswelt begrenzt. Wenn man das Bild der öffentlichen Stadträume mit ihrem Zustand von vor 30 oder 40 Jahren vergleicht, fällt als ein Hauptunterschied das Mehr an innerstädtischem Grün auf, das vielerorts die Aufenthaltsqualität gehoben hat. Urbanes Grün – als Mittel zur innerstädtischen Klimaverbesserung heute anerkannt - bietet vielfältige Möglichkeiten für die Erhöhung der  Lebensqualität wie zu einer generellen Aufwertung des Stadtbildes: Unser Entwurf für den Berliner Schlossplatz als grüne Alternative zum Schlossbau im Sinne eines europäischen Central Park für die Mitte Berlins hat dies beispielhaft demonstriert. Ein weiteres Beispiel ist die aktuelle Neugestaltung des innerstädtischen Zentrums von Düsseldorf (Kö-Bogen 2), die zeigt, wie grüne architektonische Dach- oder Fassaden-Elemente zu einem vollständig neuen optischen Konzept  für das Bild einer Innenstadt beitragen können. All das macht deutlich: Supergreen ist ein Konzept für die Zukunft der Städte in Europa wie weltweit – und ein Konzept für Räume, in denen es wohl tut zu leben - innerhalb und außerhalb von Gebäuden.